Deitenbach 2018 7. - 9. Tag

Ein Gast berichtet

Freitag

Halbzeit im zwölftägigen Freizeitlager Deitenbach. Die ersten Tage haben - wir nehmen es vorweg und es ist eigentlich keine Überraschung - die Jungs und Mädels hervorragend rumbekommen. An dieser Stelle berichtet über das vergangene Wochenende ein kurzzeitiger Nachzügler, der sich hiermit kurz vorstellt: Jens Terhardt, seines Zeichens kommender E1 und G1-Trainer. In den Jahren zuvor stets dabei, dieses Mal jedoch wegen arbeitstechnischer Hindernisse zum ersten Mal seit 2015 nicht mehr mit dabei. Dennoch lies ich es mir nicht nehmen, am frühen Freitagvormittag dank Urlaubstag zumindest fürs Wochenende nachzureisen, um vielen mittlerweile langbekannten Betreuern und auch Jungs und Mädels "hallo" zu sagen. 

Gegen 13:00 Uhr traf ich dann im Ferienlager ein, wo einige Jungs mich wirklich schon freudig empfingen. Hat mich schon ein wenig gerührt muss ich sagen. Das Mittagessen war gerade vergangen (Mist!) und für die Jungs und Mädels stand ein "Changing-Team"-Wettbewerb an. Eifrigen Fußballliebhabern sicherlich ein Begriff, dennoch kurz an dieser Stelle erläutert: Man spielt eine gewisse Anzahl von Spielen gegen stets wechselnde Gegenspieler und auch anderen Mitspielern. Man spielte im drei-gegen-drei natürlich als Team, sammelt aber für sich selbst Punkte durch erzielte Tore und Siege. Hier war im E-Jugendbereich Sebastian Frank definitiv der Auffälligste, in der D-, bzw. C-Jugend behauptete Felix Peters, ohne dass dieses jetzt anhand von Zahlen und Fakten belegbar ist, mit sieben Toren und einigen Siegen wohl weit vorne zu liegen. Die Siegerehrung im Lager am Mittwoch wird diese These belegen oder widerlegen. Besondere "Treffsicherheit" zeigte hier auch Anton Winter, der es zwar nicht schaffte das kleine Minitor zu treffen, dafür aber jedoch das Kaffeeservice des Betreuertisches. Macht nichts Anton, Scherben bringen bekanntlich Glück!

Aber natürlich musste der neue Besucher auch direkt "getauft" werden. So gelang es den Betreuern Sebastian Pente und Felix vom Stein mit einer mehr als hinterrücksen und hinterhältigen Aktion, mich mit Anlauf und Schwung gezielt in den Swimmingpool zu befördern. Aber gut, eine kleine Abkühlung nach 1,5 Stunden Autofahrt war irgendwie auch nicht verkehrt. Aber auch einige der Kinder landeten des Öfteren eher unfreiwillig im kühlen Nass. 

Nach dem Abendessen (Pfannkuchen, Rührei und Brote mit diversen Aufschnitten) ging es dann zu einem von vielen, teils herbeigesehnten, Highlights des Lagers: Der Nachtwanderung. Hier wurden die Kinder mit dem Bus von Küchenhilfe Oli zu einem Startpunkt gefahren, von wo aus die Jungs sich eigenständig ohne Betreuer durch den Wald begeben sollten. Aber keine Panik: Immer in überschaubarer Ferne waren stets Betreuer als Streckenposten platziert. Verirren oder ähnliches war somit kategorisch ausgeschlossen. An jedem Streckenposten warteten die Betreuer mit jeweils drei Fragen, die es zu beantworten galt. Beispielsweise: "Wie heißt die Hauptstadt des Gastgebers der WM 2014?" - Hätten Sie es gewusst? Spoiler: Rio de Janeiro ist es nicht. Die kleinsten Reisenden, Bambini und F-Jugendliche" wurden hier jedoch während der gesamten Nachtwanderung durch Betreuer Sebastian Pente begleitet. Der Rest ging wie erwähnt alleine in kleinen Fünfer- oder Sechsergruppen in einem gewissen Abstand nacheinander und es gab nirgends Probleme. Kleine Hinweise wie: "Wildschweine kommen immer von links!" wurden den Jungs und Mädels aber zur Vorsicht noch mit auf den Weg gegeben. Es war eine sternklare Nacht und es waren - anders als es hier in Tönisvorst beispielsweise der Fall ist - mehr als hunderte von Sternen am Himmel zu sehen. Ich habe noch nie eine Sternschnuppe gesehen, an diesem Abend jedoch direkt gleich drei. Ich, eingebunden in die Nachtwanderung, saß mit Kioskveräufer Volker an einem Straßenübergang und dieser zeigte einem noch den großen Wagen am Himmel. Man konnte ihn tatsächlich erkennen. Schon Wahnsinn der Unterschied des Sternenhimmels von Deitenbach zu Tönisvorst. 

Eine amüsante Anekdote sei erwähnt: Die Jungs wurden von Küchenhilfe Uli zur Abfahrt aufgerufen. Einige haben jedoch in der Essenshalle Tischtennis gespielt, sodass sie dies gegebenenfalls auch gut und gerne hätten überhören können. Darauf angesprochen, ob sie Uli auch wirklich hören könnten, es nur: "Ja, wir haben gute Augen". Lassen wir einfach mal unkommentiert so für sich stehen. 

Zurück von der Nachtwanderung waren die ersten gegen Mitternacht, die letzten gegen, aus dem Kopf heraus, gegen 02:00 Uhr morgens. Für jede Gruppe wartete im Lager nach deren Rückkehr noch eine Portion Pommes, bevor man sich in die Kojen zum Schlafen begab. 

Samstag

Am nächsten Morgen wurde das Frühstück um eine geraume Zeit aufgrund der Nachtwanderung etwas nach hinten verlegt. Dennoch mit spärlichem Erfolg. Viele Kinder verschliefen das Frühstück, einige blieben gar bis ca. 11:00 Uhr in ihren Hütten. So bleib auch Programm für den Vormittag dementsprechend aus. Ein wenig Fußballtennis wurde unter anderem aber doch noch gespielt.

Am Nachmittag (zum Mittag gab es Westernpfanne) wurden zunächst Hüttenfotos von allen 15 Hütten gemacht und im Anschluss daran ging es dann zu einem nächsten Programmpunkt, der seit Jahren einen festen Platz in jeder Lagerperiode hat: Die Fahrt zu den Karl-May-Festspielen nach Elspe. In zwei Bussen fuhr man sodann knapp über eine Stunde zum Austragungsort. Die Folgen der Nachtwanderung waren auch hier deutlich zu sehen: Den meisten fielen relativ fix die Augen zu. 

Drei Stunden vor dem Hauptshowakt angekommen blieb noch genügend Zeit, sich das bunte Rahmenprogramm zu Gemüte zu führen. So wurden eine Stuntshow, eine Pferdeshow, eine Greifvogelshow und eine Hundeshow angeboten. Von den meisten wurden diese Angebote auch genutzt. In dem Park - relativ klein und überschaubar - gingen die Kinder in mindestens Dreiergruppen durch den Park und hatten dort dann die freie Auswahl, wohin sie sich begeben möchten: Reibungsloser Ablauf! 

Als Hauptshowakt performten die vielen Akteure dann das Stück von "Winnetou II - der Kampf um Öl". Die Ölfunde im Grenzgebiet der Apatschen und Assiniboins locken nicht nur friedliche Siedler, sondern auch skrupellose Verbrecher in das Indianerland. Einer von ihnen nennt sich Parranoh, dem schließlich nur durch das entschlossene Eingreifen der Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand das Handwerk gelegt werden kann. Dies natürlich mit viel Knallerei und vielen pyrotechnischen Gegenständen, was viele Kinder begeisterte. Nach Ankunkf im Lager - etwa gegen Mitternacht - ging es für die meisten auch erneut unmittelbar ins Bett, andere saßen hingegen noch draußen und unterhielten sich, bzw. hörten Musik. 

Sonntag

Der Sonntag stand komplett im Zeichen von jeglichen Turnierformen. So wurde der Tag heute dazu genutzt, um in den diversen Turnierplänen (Tischtennis, Wikingerschach, Kicker) einen deutlichen Schritt nach vorne zu kommen. Die Zeit wurde natürlich auch genutzt und auf dem Rasen, bzw. an der Platte boten sich so manch intensive Duelle. 

Als kleine Abwechslung wurde eine aufblasbare XXL-Dartscheibe mit Filzbällen für den Tag ausgeliehen, wo einige mal ihre Zielgenauigkeit unter Beweis stellen konnten. Und ich lob an dieser Stelle mal die Spieler aus meiner eigenen Mannschaft (muss auch mal sein, macht man ja sonst nicht :-) ): So traf Tyler als glaub ich einziger E-Jugendlicher komplett ins Schwarze und Piet sowie Julian hatten ihre Plätze in den Top 3. Nichts anderes habe ich von meinen Jungs erwartet. :-)

Im Anschluss gab es am Nachmittag ein Fußballspiel auf dem Tennenplatz "C-Jugend/aufwärts gegen Betreuer". Die C-Jugend konnte durch Kilian Rosa Freitag in Führung geben, Robin Elschner konnte ausgleichen. Am Ende stand ein 6:3 für die C-Jugend durch weitere Treffer von zweimal Maxi Ninow, Max Ringkowski, Philipp Horster und Moritz Blumenthal gegenüber Betreuertoren von Felix vom Stein und Andre Claassen

Nach dem Abendessen ging es dann leider für mich schon wieder nachhause. 

Als kurzes Zwischenfazit sei aber gesagt: Es geht allen super, eine Art Lagerkoller oder ähnliches gibt es überhaupt nicht. Alle haben Spaß, Klein versteht sich super mit Groß und hängen auch untereinander ab. Jeder kann hier mit jedem. Kleinere Meinungsverschiedenheiten gibt es natürlich immer Mal, sind aber keiner Rede wert. Auch vermutetes Heimweh konnte mit einer kurzen und knappen WhatsApp widerlegt werden. Grüße gehen in Richtung Fliethgraben! 

Mal einige Zwischenresümees seien an dieser Stelle anonymisiert mal erwähnt: 

  • "Ich finde es wie damals super hier. Alles ist gut, ich finde auch sehr gut, dass man öfter außerhalb des Lagers ist".
  • "Mir gefällt es sehr gut hier. Schön ist vor allem, dass das Lager dieses Mal so voll ist. So kann man mehr machen. Die Stimmung ist super."
  • "Ich finde wirklich alles gut, nur etwas schade ist, dass man doch eher wenig mit den Hütten an sich macht".
  • "Ich finde das Essen und die Spiele hier super, vor allem Wikingerschach. Am liebsten spiele ich aber Tischtennis. Ich bin aber leider nicht gut da drin und im Turnier bereits ausgeschieden. 


Bilder sagen bekanntlich mehr als deutlich über 1 000 Worte und deshalb lassen wir einige mal für sich sprechen, wo ich mich an dieser Stelle bei u. a. Xander Winter, Sebastian Frank und Alexander Ninow fürs fleißige Knipsen mit meiner Kamera bedanke:

 

 

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